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DFG-Forschungsprojekt „Glokalisierte Lebenswelten: Rekonstruktion von Modi des ethischen Urteilens im Geographieunterricht“

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Teilprojekt Pädagogik:

Dr. Juliane Engel (Leitung, DFG-Graduiertenkolleg 1718 „Präsenz und implizites Wissen“ / FAU Erlangen-Nürnberg)
Elke Möller, M.A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin / FAU Erlangen-Nürnberg)

Partner:

Prof. Dr. Rainer Mehren (Didaktik der Geographie, Universität Gießen)
Dr. Stefan Applis, OStR (Praktische Philosophie / FAU Erlangen-Nürnberg)
Jan Hofmann (wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Eva-Marie Ulrich-Riedhammer, M.A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Finanzierung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von insg. 363.846 €.

Laufzeit:

2015 – 2018

Projektbeschreibung und Zielsetzung:

Die steigende Komplexität von Relationierungsmöglichkeiten gilt als prägendes Phänomen unserer Zeit und Welt. Der Begriff der Glokalisierung (Robertson 1995, Dürrschmidt 2011) beschreibt dieses Komplexer-Werden von potentiellen Zusammenhängen als Dynamik von lokalen und globalen Entwicklungen. Indem Komplexität bzw. Multidirektionalität des Globalisierungsbegriffs selbst angezeigt werden, lassen sich Lokalität und Globalität auch terminologisch in ihrer Synkretisierung erfassen und dem in vielen Teilen eurozentristisch geprägten Verständnis von Globalisierung entgegentreten (Löw 2011, Featherstones 1994).

Die empirischen Ergebnisse der bereits durchgeführten Pilotierungsstudien zeigen deutlich, dass glokalisierte Lebenswelten von Schülerinnen und Schülern von heterogenen Deutungsangeboten geprägt sind, die ihre Entscheidungen und somit Differenzierungsleistungen herausfordern. So wird differenztheoretisch untersucht, wie sich Schülerinnen und Schüler in immer schon auf virtuelle und damit globale Zusammenhänge hin entwerfenden Identitätskonstruktionen gegenüber ethischen Fragestellungen verorten.

Diese werden auf der Grundlage eines methodentriangulierten Forschungsdesigns mit Videographie, Gruppendiskussionen und Fragebögen analysiert, um so komplexe Modi der ethischen Urteilsbildung zu rekonstruieren. Das Projekt verbindet hierzu medienwissenschaftliche Ansätze (Jäger 2006) und Erkenntnisse der qualitativen Bildungsforschung (Reh 2012, 2014; Wagner-Willi/Sturm 2015, 2016; Fritzsche 2015).

 

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Dürrschmidt, Jörg (2011): „Roland Robertson: Kultur im Spannungsfeld der Glokalisierung“, in: Moebius, Stephan / Quadflieg, Dirk (Hg.): Kultur. Theorien der Gegenwart. 2. und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 734-745.

Featherstone, Mike u.a. (1995): Global Modernities, London/Thousand Oaks/New Delhi: Sage.

Fritzsche, Bettina (2015): Wenn niemand zu Schaden kommen darf: Eine kulturvergleichende Analyse schulischer Praktiken der Konfliktbearbeitung. In: Tanja Sturm und Monika Wagner-Willi (Hrsg.): Schwerpunktheft „Videografien schulischer Praktiken der Differenzbearbeitung und -herstellung“ der Zeitschrift für Qualitative Forschung.

Jäger, Ludwig (2006): Schauplätze der Evidenz: Evidenzverfahren und kulturelle Semantik. Eine Skizze. Listen_Dumont.

Löw, Martina (2011): Raum. Die topologischen Dimensionen von Kultur.  In: Jaeger, Friedrich/Rüsen Jörn (Hg.): Handbuch der Kulturwissenschaften. Bd. 3 Themen und Tendenzen. Stuttgart: J.B. Metzler      Verlag, S. 46-60.

Reh, Sabine (2012): Mit der Videokamera beobachten: Möglichkeiten qualitativer Unterrichtsforschung. In: Boer, Heike de/Reh, Sabine (Hrsg.): Beobachtung in der Schule –Beobachten lernen. Wiesbaden: Springer VS, S. 151-169.

Reh, Sabine (2014): Die Kamera und der Dritte. Videographie als Methode kulturwissenschaftlich orientierter Bildungsforschung In: Thompson, Christiane/Jergus, Kerstin/Breidenstein, Georg (Hrsg.): Interferenzen. Perspektiven kulturwissenschaftlicher Bildungsforschung. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft, S. 30-50.

Robertson, Robert (1995): „Glocalization: Time-Space and Homogeneity-Heterogeneity“. In: Featherstone, Michael/Lash, Scott/Robertson, Robert (Hg.): Global Modernities, London: Sage, S. 25-44.

Sturm, Tanja; Wagner-Willi, Monika (2015): Einleitung in den Themenschwerpunkt: Videografien schulischer Praktiken der Differenzbearbeitung und -herstellung. In: Zeitschrift für Qualitative Forschung, 16(2), S. 163‒171.

Wagner-Willi/ Monika; Sturm, Tanja (2016). Soziale Prozesse der Differenzherstellung im Fachunterricht einer integrativen Schulform der Sekundarstufe I – erste Ergebnisse einer videobasierten Vergleichsstudie. In: Hedderich, Ingeborg; Zahnd, Rapfael; Graf, Erich Otto (Hrsg.), Teilhabe und Vielfalt. Herausforderungen einer Weltgesellschaft. Beiträge zur Internationalen Heil- und Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. S. 208-214.