Ringvorlesung „contact zones“

Im Rahmen der Ringvorlesung „contact zones“, veranstaltet vom Cornelia Goethe Zentrum der GU Frankfurt/Main, hat Nicolas Engel am 8.7 einen Vortrag mit dem Titel „…“ gehalten. Der Vortrag kann im YouTube-Kanal des CGC nachgehört werden.

Der Vortrag diskutiert Erinnerung als gegenwartsbezogene und umkämpfte soziale Praxis und fragt nach den organisationalen und institutionellen Voraussetzungen von Erinnerungskonflikten. Bezugspunkt sind ethnographische Forschungen an NS-Gedenkstätten (DFG-Projekt InWiWa), an denen sich zeigen lässt, wie Erinnerung an die Gewaltgeschichte des Nationalsozialismus im Kontext der Vermittlung, Auslegung und Aneignung von Wissen hergestellt, verschoben und (de-)institutionalisiert wird. Die Analysen verbinden sich mit der Arbeit an zwei Begriffen: dem Konzept der Kontaktzone als Ort der Begegnung von (Wissens-)Differenz sowie dem Begriff der Übersetzung, der Erinnerung als Setzung, Verhandlung und Verschiebung des Vergangenen verstehbar macht. Auf diese Weise geraten insbesondere die materiellen, organisationalen und institutionellen Bedingungen von Räumen des Ringens um Erinnerung in den Blick. Dabei zeigt sich etwa, dass unterschiedliche Wissensbestände und Zugänge sowie Regeln ihrer Vermittlung in Kontaktzonen irritiert und verschoben werden und dass Fragen danach, wer erinnert, wozu erinnert wird und was erinnert oder vergessen wird, Ergebnis vonAushandlung, Positionierung und (De-)Institutionalisierung sind.