Konferenzbesuch „Scuola Democratica“

Vom 1. bis 4. September 2026 fand an der Sapienza-Universität Rom die Fourth International Conference of Scuola Democratica unter dem Titel Learning for Democracy / Democracy for Learning statt. Die internationale Tagung widmet sich dem Verhältnis von Bildung und Demokratie vor dem Hintergrund wachsender sozialer Ungleichheiten, technologischer Transformationen und aktueller Herausforderungen demokratischer Gesellschaften. Mit mehr als 1.200 Teilnehmenden, über 1.000 wissenschaftlichen Beiträgen in rund 220 Sessions und 150 thematischen Panels bietet die Konferenz ein breites Forum für den internationalen und interdisziplinären Austausch zu Fragen von Bildung, Lernen und Educational Governance.

Der Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Educational Governance and Change ist mit zwei Beiträgen auf der Konferenz vertreten:

„Operationalizing Educational Disadvantage: Social Indices and Governance Instruments in the Startchancen Programme“
Autor:innen: Lea Mahfoud (Universität Siegen), Livia Jesacher-Rößler (FAU), Sebastian Hösch (FAU), Nina Bremm (FAU), Kathrin Racherbäumer (Universität Siegen)

Der Beitrag präsentiert Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms und untersucht vergleichend, wie die deutschen Bundesländer Benachteiligung für die Auswahl der am Programm teilnehmenden Schulen operationalisieren. Auf Grundlage einer Analyse rechtlicher und administrativer Dokumente wird analysiert, (1) welche Auswahlinstrumente verwendet werden; (2) welche Benachteiligungsdimensionen über die in der BLV als verpflichtend formulierten Dimensionen Armut und Migration berücksichtigt wurden und (3) welche Indikatoren stellvertretend für ebendiese Benachteiligungsdimensionen herangezogen werden. Aus einer intersektionalen Perspektive (Walgenbach, 2017; McCall, 205) wird abschließend diskutiert welche unterschiedlichen Konstruktionen von Benachteiligung damit verbunden sind und inwiefern soziale Komplexität durch Steuerungsinstrumente abgebildet werden kann – oder eben nicht. 

„Families as Partners: Learning Communities in Socio-Economically Disadvantaged School Contexts“
Autor:innen: Samy-Jo Kuhn, Livia Jesacher-Rößler 

Der zweite Beitrag ist aus einer am Lehrstuhl entstandenen Qualifizierungs-/Abschlussarbeit hervorgegangen. Im Rahmen eines systematischen Literaturreviews wird untersucht, wie die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Familien in sozioökonomisch benachteiligten Schulkontexten gestaltet wird. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Formen der Elternbeteiligung sowie Bedingungen, Barrieren und Maßnahmen für eine gelingende Kooperation. Aus der Perspektive von Community-Based Learning Communities wird diskutiert, wie niedrigschwellige und beziehungsorientierte Formen der Zusammenarbeit Ansatzpunkte für eine stärkere Einbindung von Familien und lokalen Akteur bieten können.

Die beiden Beiträge spiegeln damit unterschiedliche Bereiche der Forschungsarbeit am Lehrstuhl wider: aktuelle Forschung im Rahmen des Startchancen-Programms ebenso wie die Einbindung von Qualifizierungsarbeiten in den wissenschaftlichen Diskurs und internationalen Austausch.

Die jeweiligen Paper finden Sie hier:

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SD2026_LARAD_Sozialindizes
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4 MB
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File Name
Bremm et al._EdGov_WorkingPaper 1
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701 KB
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