Laufende Promotionsvorhaben

Potentiale offener und kollaborativer Gesprächssettings an der Schnittstelle von Schule, Administration und Inspektion (Arbeitstitel)

Kontakt: Iris Geigle

Erstbetreuung: Prof.in Dr.in Nina Bremm (FAU Erlangen-Nürnberg)

Zweitbetreuung: Prof. Dr. Matthias Martens (Universität zu Köln)

Insgesamt kann die Wirksamkeit der evidenzbasierten Schulentwicklung, die seit Anfang der 2000er Jahren in Deutschland etabliert wurde, wissenschaftlich nicht belegt werden (vgl. z.B. Malin et al 2020, Schmidt 2020, Zala-Mezö, Häbig & Bremm 2021). Die neuen Steuerungskonzepte wurden nach dem PISA-Schock 2001 rasch eingeführt und vielfach gesetzlich verankert (Altrichter, Maag Merki 2010). Ihnen zugrunde liegt eine eher mechanistische Vorstellung von Steuerung (vgl. Organisationslogiken bei Laloux 2015). Die beschrittenen Lösungswege sind vielfach Anleihen aus anderen – vermeintlich erfolgreicheren – Bereichen oder Staaten (Problematik des Policy Borrowing, vgl. Steiner Khamsi 2021). Die mangelnde Wirksamkeit der „Neuen Steuerung“ in der Bildung verweist auf Leerstellen innerhalb der Steuerungskonzepte, für die noch keine passenden Antworten gefunden werden konnten.

Die Forschung im Rahmen des Promotionsvorhabens von Iris Geigle setzt bei der Frage nach gelingender datenbasierter Schulentwicklungsberatung sowie bei der Gestaltung von Kommunikation und Zusammenarbeit unter Berücksichtigung von organisationskulturellen und relationalen Aspekten an. In einer Research Practice Partnership (RPP) mit Expertinnen aus Schulpraxis, Begleit- und Unterstützungssystem werden in einem Design-Thinking-Prozess Gesprächsformate zur gemeinsamen Erörterung von Schulevaluationsdaten entwickelt. Das co-kreative, partizipative und iterative Projektsetting ermöglicht es, mit den die Akteurinnen evolutionäre und distributive Praktiken direkt zu erproben. Das neue Gesprächssetting, das mit den Akteurinnen selbst kreiert wird, soll an zentralen Schnittstellen der datenbasierten Schulentwicklungsberatung wirksame Aushandlungsprozesse ermöglichen.

Arbeitstitel: Schulentwicklungsberatung im Kontext konstitutiver Spannungsfelder und spezifischer Anforderungen designbasierter Schulentwicklung: Beiträge zur professionstheoretischen Konturierung eines zentralen Akteurs des Unterstützungssystems.

Kontakt: Nils Reubke (FAU Erlangen-Nürnberg)

Erstbetreuung: Prof.in Nina Bremm (FAU Erlangen-Nürnberg)

Weitere Informationen: Folgen zeitnah

Kontakt: Sebastian Hösch (FAU Erlangen-Nürnberg)

Erstbetreuung: Prof.in Nina Bremm (FAU Erlangen-Nürnberg)

Bildungsgerechtigkeit gehört zu den Leitbegriffen bildungspolitischer Reformprogramme, bleibt in seiner konkreten Bedeutung jedoch unterbestimmt (vgl. Dietrich, Heinrich & Thieme 2013). Zugleich wird soziale Ungleichheit seit den 2000er Jahren zunehmend datenbasiert bearbeitet. Sie wird über Indikatoren erfasst, klassifiziert und in Steuerungsinstrumente übersetzt (vgl. Groot-Wilken, Isaac & Schräpler 2016; Williamson 2019). Damit verlagert sich die Frage, was als legitimer Gerechtigkeitsanspruch gilt, von der politischen in die administrative Sphäre. Diese Bewegung wird durch die kritische Governance-Forschung als Ökonomisierung und Entpolitisierung beschrieben (vgl. Heinrich 2010; Bellmann & Müller 2011; Biesta 2016). Welche Gerechtigkeitsvorstellungen sich in solchen Instrumenten tatsächlich durchsetzen und welche in ihnen unbearbeitet bleiben, soll Gegenstand des Promotionsvorhabens sein.

Die Forschung dazu setzt an dieser Leerstelle an. Am Beispiel des Startchancen-Programms wird rekonstruiert, wie ein programmatisch gesetzter Gerechtigkeitsanspruch bearbeitet wird, während er das schulische Mehrebenensystem durchläuft. Von seiner Übersetzung in Steuerungsinstrumente über die Aushandlung in administrativen Zusammenhängen bis in die pädagogische Praxis. Als analytischer Rahmen dient Nancy Frasers Unterscheidung von Umverteilung, Anerkennung und Repräsentation (vgl. Fraser 1995; Fraser & Honneth 2003), die es erlaubt, unterschiedliche Dimensionen von Gerechtigkeit auseinanderzuhalten und nach deren jeweiliger Bearbeitung zu fragen. Das kumulative Vorhaben verbindet dokumentenanalytische und rekonstruktive Zugänge und schließt eine methodologische Reflexion darüber ein, welchen welche Voraussetzungen eine Governance-Perspektive auf Bildungsprogramme macht und welche Dimensionen des Pädagogischen sie dabei systematisch nicht in den Blick nehmen kann. Ziel ist es, sichtbar zu machen, an welchen Stellen Gerechtigkeitsansprüche verschoben, verengt oder eingelöst werden, und welche Dimensionen dabei strukturell aus dem Blick geraten.

Kontakt: Gerit Großmann-Thomas

Erstbetreuung: Prof.in Nina Bremm (FAU Erlangen-Nürnberg)

weitere Informationen folgen zeitnah

Kontakt: Charlotte Assmann

Erstbetreuung: Prof.in Nina Bremm (FAU Erlangen-Nürnberg)

(Projekt aus Eigenmitteln)
Project leader: Charlotte Assmann
Term: 1. April 2024 – 30. April 2027

Arbeitstitel: Schulaufsicht & Recht. Eine empirische Untersuchung zur Bedeutung rechtlicher Vorgaben für das professionelle Handeln von Schulaufsichtsbeamt*innen als Akteure im Mehrebenensystem Schule

Zweitbetreuungen und Mentorate

  • Katharina Nesseler  (Zweitbetreuung): Handlungskoordination als Relationierung im Schulsystem [Arbeitstitel]
  • Marion Schwehr (Zweitbetreuung): Die Herstellung unterrichtlicher Ordnung in der Kultur der Digitalität. Praxistheoretische Konstruktionen von Körper, Raum, Artefakt und Subjektivierung.
  • Nora Wazinski (Zweitbetreuung): Transfer zwischen Wissenschaft und Bildungspolitik. Eine Diskursanalyse der Verwendungspraxis von Forschungswissen zum Abbau von Bildungsungleichheiten [Arbeitstitel]
  • Ender Yilmazel (Zweitbetreuung): Migrationsbezogene Orientierungen in der deutschen Bildungslandschaft [Arbeitstitel]
  • Annette Becker (Doktoratsmentorat Ariadne – FAU)
  • Martina Funk (Habilitationsmentorat MPowerment PH Schwäbisch-Gmünd)

Abgeschlossene Promotionen

  • Dr. Inka Achtelik (2023): Herkunft, soziale Identifikation und Studienabbruch – Eine empirische Analyse von Passungsproblemen. (Zweitbetreuung)