Organisation und Gesellschaft. Komplexe sozio-politische Gemengelagen und gesellschaftliche Spaltungsprozesse, die migrationsgesellschaftliche Realitäten ebenso umfassen wie Tendenzen und Bestrebungen des Demokratieabbaus, Bedrohungen durch Klimawandel und Kriege, erfordern eine aktive Rolle und gestaltende Haltung von Organisationen.
Organisationen verantworten. Dabei reagieren Organisationen nicht nur auf gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen, sie verantworten diese! Die Frage nach einer gerechten, inklusiven und diversen Gesellschaft ist immer auch eine Frage nach der Möglichkeit einer gerechteren Organisation.
Organisation transformieren. Als lernende Organisationen optimieren Organisationen hierfür nicht nur Abläufe, Programme und Strukturen, sondern sie positionieren sich, suchen nach einem Umgang mit Problemen, verdrängen diese aber auch oder bringen selbige überhaupt erst hervor.
Der zukünftige berufsbegleitende Masterstudiengang Organisation – Transformation – Gesellschaft thematisiert Organisationsentwicklung (OE) als mit gesellschaftlicher Transformation verbunden und fokussiert Fragen der Gerechtigkeit, der Diversität und der Inklusion. Er zeichnet sich durch eine sozialwissenschaftlich fundierte reflexive Professionalisierung aus und nimmt OE als professionelle Haltung und Praxis in den Blick.
Die Frage What the hell is going on? und die Idee eines Staying with the problem sind dabei die grundlegenden Pfeiler der reflexiven Professionalisierung. Denn eine Auseinandersetzung mit Organisationen und den Möglichkeiten ihrer Transformation setzt Neugier voraus, die Bereitschaft sich überraschen zu lassen und vor allem die Fähigkeit Probleme auszuhalten: Was sind die Probleme, die in und durch Organisationen bewegt, diskutiert oder verdrängt werden?
Das Seminar „Organisationen transformieren?!“ bietet einen konkreten Ort der Wissensbegegnung, um theoretische und praktische Perspektiven auf diese Frage sowie auf Bedingungen und Möglichkeiten der Transformation von Organisationen ins Gespräch zu bringen – einen Ort, an dem wir im Dialog Antworten auf die Frage suchen, wie Organisationen pädagogisch entwickelt werden können.
Ziele:
- Einsicht in den Zusammenhang „Organisation – Transformation – Gesellschaft“
- Vermittlung eines pädagogischen Blicks auf Organisationsentwicklung
- Erprobung einer professionellen Haltung, die OE als ein „Staying with the problem“ kennzeichnet
- Erleben der eigenen Rolle und Positioniertheit in der Organisation
- Diskussion über die Schaffung von Räumen des Dialogs und der Kritik in Organisationen
„Das Seminar gibt den Raum fürs Hinterfragen frei. Um Organisationen verstehen zu können, muss man hinter die Fassaden blicken um verschiedene Perspektiven verstehen zu können. Wir sind in der Regel schnell in der Lösung, das macht uns blind für Dysfunktionen. Das Seminar zeigt relativ simpel geeignete Tools auf, wie mit Methodik sowie Didaktik Handlungsoptionen auf den Tisch gelegt werden können, die im bisherigen Lösungsmuster nicht sichtbar sind. „ Nadine Heym, Pflegedirektorin Klinikum Nürnberg Campus Süd |
Zielgruppe:
Alle, die in Organisationen tätig sind und die konkrete Frage beschäftigt, wie sich Organisationen angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen als gerechte und inklusive Organisationen entwickeln können.
Terminoptionen:
- 10./11. April 2026, 10:00-17:00 Uhr
- 10./11. Juli 2026, 10:00-17:00 Uhr
- 09./10. Oktober 2026, 10:00-17:00 Uhr
Ort: FAU Erlangen-Nürnberg, Institut für Pädagogik
Kosten: 380€
Kontakt Rückfragen: jenny.kipper@fau.de
Dozierende:

Prof. Dr. Nicolas Engel
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Organisationspädagogik
Kontakt

Dr. Jenny Kipper
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Organisationspädagogik
Kontakt

Dr. Ines Sausele-Bayer
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Organisationspädagogik
Kontakt
„Gesellschaft verändert sich durch Organisationen – Organisationen verändern sich durch Menschen.“
Organisationen tragen heute mehr denn je gesellschaftliche Verantwortung. Als von Menschen gestaltet sind sie Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und prinzipiell durch menschliches Handeln veränderbar.
In gesellschaftlichen Transformationsprozessen nehmen Organisationen maßgeblich Einfluss auf Fragen von Gerechtigkeit, Inklusion und Diversität und prägen damit die Lebensrealitäten der Menschen.
Entsprechend erkennen Organisationen jeglicher Couleur, dass zur Begleitung von Organisationsveränderungen neben Fachwissen auch Selbstreflexion und eine kritische Haltung zur Gestaltung von Veränderungsräumen benötigt wird.
Mit dem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang Organisation – Transformation – Gesellschaft erarbeiten Sie sich in vier Semestern eine organisationspädagogische Expertise Organisationen in Transformationsprozessen zu erforschenundzu beraten. Wir adressieren alle Personen, die Organisationen und ihre Akteure in Lern- und Entwicklungsprozessen unterstützen wollen. |
Sie möchten mehr wissen? Dann finden Sie hier ausführlichere Informationen:
Konzept
Der berufsbegleitende Masterstudiengang Organisation – Transformation – Gesellschaft an der FAU Erlangen-Nürnberg bietet Ihnen die Gelegenheit, eine Expertise der pädagogischen Organisationsentwicklung auszubilden und zu stärken, die auf gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit Antwort geben kann.
In einer diversen und dem Anspruch nach inklusiven Gesellschaft, die durch Autokratie und Demokratieabbau, durch Kriege und planetare Krisen bedroht ist, nehmen Organisationen eine zentrale Rolle ein: Sie reagieren nicht nur auf gesellschaftliche Veränderungen und passen sich diesen an, sondern sie gestalten Gesellschaft. Kurz: Organisationen verantworten gesellschaftliche Transformation. Die Frage nach einer gerechten, inklusiven und diversen Gesellschaft ist deshalb immer auch eine Frage nach der Möglichkeit einer gerechten, inklusiven und diversen Organisation.
In einer organisationspädagogischen Perspektive thematisiert der Studiengang Organisationsentwicklung als mit gesellschaftlicher Transformation verbunden. Über eine sozialwissenschaftliche Fundierung bietet der Studiengang eine reflexive Professionalisierung im Feld der Organisationsentwicklung an, die auf eine professionelle Haltung und auf ein kritisches Problembewusstseinabzielt. Beides bildet die Grundlage für eine organisationspädagogische Analyse und Gestaltung organisationaler Lern- und Transformationsprozesse.
Die erkenntnisleitende Frage „What the hell is going on?“ und die reflexive Haltung eines „Staying with the problem“ sind dabei die grundlegenden Pfeiler der wissenschaftlichen Weiterbildung. Sie ermutigen und fordern zugleich auf, neugierig zu sein, sich irritieren und überraschen zu lassen und Probleme auszuhalten. Sie bilden den Korridor eines organisationspädagogischen Sehens, Denkens und Handelns, welches sich den Fragen annimmt: Was sind die Probleme, die in und durch Organisationen bewegt, diskutiert oder verdrängt werden? Wie können in Organisationen Räume des Dialogs und der Kritik entstehen oder eingerichtet werden? Wie können Organisationen pädagogisch entwickelt werden?
Interessieren Sie sich für diese Fragen? Teilen Sie die Idee einer gerechteren Organisation? Möchten Sie Ihre Fähigkeiten Organisationen in diesem Sinne zu erforschen und zu entwickeln profilieren? Sind Sie daran interessiert Ihre Haltung zu organisationalen Prozessen in den Blick zu bekommen und sich ggfs. neu dazu ins Verhältnis zu setzen? Dann bietet unser Studiengang Organisation – Transformation – Gesellschaft für Sie die besondere Möglichkeit einer reflexiven Professionalisierung. Darin verbinden sich aktuelle organisationswissenschaftliche Perspektiven, mit innovativen Methoden der Organisationsforschung und der fallbezogenen Arbeit an konkreten Problemen und Fragen Ihres Arbeitskontextes. |
Aufbau des Studiengangs und Didaktik

Der Studiengang orientiert sich didaktisch an modernen Lerntheorien. Die Varianz der Lehrveranstaltungen und Dozierenden erlaubt Theorie- und Methodenvielfalt. Der Studiengang lebt von einer kleinen Kohortengröße (max. 20 Personen), die als geschlossene Kleingruppe die vier Semester verbringen, so dass eine konstante vertraute Arbeitsatmosphäre kontinuierliches Lernen ermöglicht. Die Dozierenden sind alle Experten im Schaffen konstruktiver Lernräume. Theoretische Kernmodule sind im Verlauf eng mit den reflexiven Veranstaltungen verknüpft. Die organisationspädagogischen Veranstaltungen rahmen beides. Kontinuierliche Evaluation und ein eng verzahntes und bekanntes Dozierendenteam sichern Wissens- und Qualitätstransfer durch alle Semester und öffnen Räume, in dem Aushandlungen, Dialoge und (selbst)reflexive Prozesse auf der Basis sozialwissenschaftlicher Theorie und Organisationsentwicklungsmethoden stattfinden können.
Die Inhalte
- Das Studium ist in 12 Module gegliedert. Theoretische Kernmodule verzahnen sich dabei eng mit organisationspädagogischen Einheiten. In Modulen der Reflexiven Professionalisierung wird Erlerntes transferiert und reflektiert, so dass Fachkompetenz durch Methodenwissen erlebbar wird.
- Sie finden eine detaillierte Beschreibung aller Module im Modulhandbuch. Maßgeblich für den Studiengang ist die Studien- und Prüfungsordnung.
- Für Ihre genau Studien- und Terminplanung (Terminübersicht der Veranstaltungen) kontaktieren Sie gerne jenny.kipper@fau.de.
- File Name
- OTG_Modulübersicht
- File Size
- 105 KB
- File Type
In einem unverbindlichen Online-Informationstermin stehen wir Ihnen darüber hinaus Rede und Antwort zu allen denkbaren Fragen. Melden Sie sich an – wir freuen uns auf Sie! Nach Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen den Link zur Veranstaltung.
Die Informationsveranstaltung findet über Zoom statt und dauert ca. 60 Minuten. Sie ist kostenfrei. Sie erhalten die Möglichkeit mit Prof. Dr. Nicolas Engel und Dr. Jenny Kipper und anderen anwesenden Interessierten in den Austausch zu kommen. Sie bekommen Informationen zum Konzept und Ablauf des berufsbegleitenden Weiterbildungsstudienganges OTG.
Sollte keiner der Informationstermine passen, schreiben Sie bitte an jenny.kipper@fau.de und wir vereinbaren einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch.
Aktuelle Infotermine:
- 06.05.2026, 17:00 Uhr
- 15.06.2026, 17:00 Uhr
Oder kontaktieren Sie uns direkt: Wir nehmen uns gerne Zeit für Sie und Ihre individuellen Fragen und finden in einem persönlichen Gespräch gemeinsam heraus, ob OTG der passende Studiengang zu Ihren Fragestellungen ist.

Prof. Dr. Nicolas Engel
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Organisationspädagogik
Adresse
Kontakt

Dr. Jenny Kipper
Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Organisationspädagogik
Adresse
Kontakt

Bewerbung
Sie interessieren sich für OTG und möchten bei uns studieren? Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.
- Bewerbungszeitraum: 15.02.2026 bis 01.07.2026 für das Wintersemester 25/26
- Zulassung: Zum Masterstudium wird durch Entscheid des Zulassungsgremiums zugelassen, wer
- ein mit mindestens der Note 3,00 abgeschlossenes Studium an einer Hochschule (Diplom, Magister, Staatsexamen, Master oder Bachelor) bzw. einen sonstigen gleichwertigen im Hinblick auf die Qualifikation nicht wesentlich unterschiedlichen in- oder ausländischen Abschluss vorweisen kann;
- eine in der Regel mindestens zweijährige i. S. d. Abs. 2 einschlägige Berufstätigkeit nach Abschluss des Studiums gemäß Nr. 1 mitbringt;
- die erfolgreiche Teilnahme an dem Q
- Weitere Informationen siehe Prüfungsordnung
- Im Rahmen der schriftlichen Bewerbung reichen Sie bitte folgende Unterlagen ein:
- Zeugnis und Urkunde Ihres Hochschulabschlusses;
- eine kurze Darstellung Ihres mindestens zweijährigen beruflichen Werdegangs inklusive der aktuellen Tätigkeit;
- relevante Praktikums- und Arbeitszeugnisse sowie Zeugnisse oder Nachweise zu Maßnahmen beruflicher Weiterbildung soweit jeweils vorhanden;
- offizieller Nachweis des Arbeitgebers über aktuelle berufliche Betätigung soweit vorhanden,
- ein Bewerbungsschreiben (Umfang: 1–2 Seiten), in dem Sie darlegen, inwiefern Sie Organisationen als Teil gesellschaftlicher Transformationsprozesse verstehen und in dem Sie eine Reflexionüber zentrale Herausforderungen, Aufgaben und ggf. eigene Erfahrungen aktueller Organisationsentwicklung anstellen.